Runen
Runen raunen rechten Rat”


Das Wort Rune hat unterschiedliche Herkünfte: 
* gothischer Wortstamm “runa” = Geheimnis *
* altnordisches “runar” = Mysterien *
* walisisches “rhin” = magischer Zauber.

Die Kraft der Runen wuchs mit der Erfahrung des Runenmeisters oder der Runenmeisterin. Diese wiederum gehörten in einem Stamm oder Volk zu den angesehensten und mächtigsten Mitgliedern. Der Runenmeister deutete die Mysterien aus den Runen und arbeitete mithilfe der Runen in Ritualen für unterschiedlichste Zwecke. Der letzte urkundlich erwähnte Runenmeister verstarb vor ungefähr 300 Jahren in Island und somit ist das Wissen um die Kraft der Runen auch immer mehr in Vergessenheit geraten.

Runen sind Symbole mit deren Bedeutungen - aber auch Schriftzeichen. Ursprünglich fanden Runen in Orakel und zur Heilung ihren Einsatz und erst später - durch die Einflüsse der Römer - die Zuordnung zu einzelnen Buchstaben. Unbestritten ist der riesige Einfluss der Runen auf zB Stammesführer und Ratgeber Englands, die geheime Treffen auch “Runen” nannten. 

Die ursprünglich magische (esoterische) Verwendung der Runen ist unumstritten, erst später wurden sie auch als profane (exoterische) Schrift- und Merkzeichen verwendet. Da jedoch die wissenschaftliche Runenforschung nicht viel mit dem esoterischen Aspekt der Runen anzufangen wußte, wurde zuerst ihre profane Bedeutung erforscht. Während sich die wissenschaftliche Runenforschung auf die zeitliche Datierung der Runenfunde stützen muß, ist die esoterische Einstellung zeitlos und versucht, das verborgene Wesen der Runen zu erfassen.

Die vollständige Runenreihe wird Futhark genannt. Der Name "Futhark" setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der ersten 6 Runen zusammen.
Als
Runenstab wird die Gesamtheit des Runenalphabets benannt - die lateinischen Buchstaben werden “Bockstab” genannt. Es ist anzunehmen, dass die Herkunft des germanischen Wortes Stab für Schriftzeichen auf der Verwendung von Stäben oder die Ritzung von Symbolen und Zeichen in Stäbe beruht.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich in ganz Europa verschiedene Runenalphabete mit unterschiedlichen Zeichen. Das folgende "Ältere Futhark" besteht aus 24 Runen.

 

             F                U              TH            A               R               K

Eine Schwierigkeit ist mit Sicherheit, dass es mindestens fünf verschiedene Runenreihen gibt, die bekannt sind, und die zum Teil erheblich voneinander abweichen. Folgende Übersicht soll versuchen, eine Klarheit dazu zu schaffen:

1. Die
germanische Runenreihe: Die 24 Runen der Reihe sind auf ihre profane Bedeutung hin wissenschaftlich gut erforscht. Sie waren von 150 v. Chr. bis 800 n. Chr. bei allen germanischen Stämmen verbreitet und sind danach “verschwunden”.

2. Die angelsächsische Runenreihe: Diese Reihe war vom 8. bis zum 12. Jhdt. verbreitet und bestand zuerst aus 28 Runen und später aus 33 Runen.

3. Die nordische Runenreihe: Die Reihe war im Norden (Skandinavien) verbreitet und erlebte in der Wikingerzeit (800 bis 1050) ihre Blütezeit. Sie enhält 16 Runen (von FA bis YR), deren exotische Bedeutung wissenschaftlich erforscht wurde. Die nordischen Runen bilden die Brücke zur esoterischen Runenkunde.

4. Die esoterische Erneuerung: Guido von List (1848 - 1919) erweiterte die nordische Reihe um die Runen EH und GIBUR zu seinem 18teiligen “Armannen-System”. Er setzte die 18 Runen mit den 18 Zauberliedern Odins aus der Edda in Verbindung und beleuchtete ihre verborgene Richtung. Alle späteren esoterischen Runenforscher bauen auf seine Erkenntnisse.

5. Die Wikinger-Runen: Unter diesem Namen wird eine 18teilige Runenreihe behandelt, die bis auf eine Rune mit dem esoterischen System von Guido von List identisch ist. Den Unterschied bildet die letzte Rune, diese ist in der Armanen-Reihe GIBUR, in der Wikinger-Reihe hingegen ODIL.


Hier kannst du erfahren, wie du dir deinen eigenen Satz Runen machen kannst:
Runenherstellung



Quelle: Buch der Runen von Zoltán Szabó